Sieg, Unentschieden, Niederlage!

Am 17. Spieltag ist für unsere drei Teams alles dabei.
Artikel vom 17. März 2025
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Einen vermeintlich erfolgreichen, kleinen Heimspielsonntag läutete am gestrigen Sonntag unsere Zweite ein, ehe sich im Anschluss unsere Erste ein Unentschieden erkämpft und so keinen Auswärtssieg der Gastteams zulässt. Einzig unsere Dritte war auswärts gefordert und im Derby in der Nachbarschaft unterlegen.
SV Vorgebirge - 1.FC Niederkassel 1:1 (0:0)
Mit dem 1.FC Niederkassel stellte sich am gestrigen Sonntag ein Top-Team der Bezirksliga in Waldorf vor, die am Saisonende unbedingt den Sprung in die Landesliga schaffen wollen. Hierzu hatte man im Winter den ohnehin bereits stark aufgestellten Kader noch einmal in der qualitativen Breite verstärkt und wollte sich im Kampf um die Tabellenspitze mit dem FC BW Friesdorf keinen Ausrutscher erlauben.
Während die Gäste also mit breitem Kader und entsprechend motiviert den Weg nach Waldorf angetreten haben, musste Coach Thonke (er vertrat den urlaubenden Coach Zaun) erneut auf eine Minimalbesetzung zurückgreifen. Daher stellte sich die Startelf gefühlt von selbst auf - im Vergleich zum Pokalspiel in Sechtem rückten mit Bennoune und Heiliger zwei Spieler in die Startelf und vertraten Nettekoven (gesperrt) und Lindner. Durch die Umstellungen ergab sich zudem eine andere, taktische Grundausrichtung und Bentata rückte neben Atici in die Viererkette.
Doch von Beginn an sollten die Zuschauer keinerlei Probleme mit der personellen und taktischen Veränderung erkennen können. Die ersten Minuten des Spiels waren von gegenseitigem Abtasten geprägt, bevor die Gäste mehr Spielanteile übernehmen wollten und ihren Ballbesitz zunehmend in unsere Hälfte verlagerten. Doch der neu formierte Defensivverbund konnte jegliche Angriffsbemühungen der Gäste unterbinden und so entstand wenig Gefahr für Rex und unser Tor. Im Gegenzug versuchten es unsere Jungs häufig mit schnellen Gegenstößen nach eigenem Ballgewinn und konnte so erste Abschlüsse und Eckbälle verzeichnen, die aber in letzter Konsequenz ebenfalls keine große Torgefahr erzeugen konnten.
Einzig ein Freistoß aus knapp 25m, der als Flatterball auf Rex' Kasten gezogen wurde, kann man als gefährliche Aktion der ersten Halbzeit bezeichnen. Doch in gewohnt souveräner Manier konnte er den Ball entschärfen. Auf der Gegenseite hatte Scholz kurz vor dem Pausenpfiff noch die Chance auf den Führungstreffer, nach einem langen Ball von Atici verliert er aber die Orientierung und scheitert am herauskommenden Gäste-Keeper.
So ging es mit einem 0:0 in die Halbzeit - bis dato ein Spiel ohne große Highlights und auch nicht auf dem höchsten Niveau von beiden Teams.
Daran sollte sich auch in Halbzeit zwei zunächst nichts ändern. Die Gäste kamen mit etwas mehr Schwung aus der Kabine und man konnte erkennen, dass ein Punkt im Kampf um die Tabellenführung zu wenig erschien. Doch dem ersten Anrennen konnte sich unser Defensivverbund erneut gut und energisch entgegensetzen, sodass sich in der Folgezeit das identische Bild des ersten Durchgangs entwickeln sollte.
Nach knapp 70 Minuten war es dann aber doch noch soweit, der erste Treffer des Tages war gefallen. Einen Stellungsfehler in unserer Abwehrkette konnte der flinke Linksaußen der Niederkasseler zum Dribbling nutzen, bevor er den Ball clever in den Rückraum legen konnte. Dort stand der Torjäger und Kapitän der Gäste komplett blank und hatte kein Problem den Ball ins lange Eck zu legen. Mit der gefühlt ersten Unsicherheit in unserer Defensive und dem ersten, wirklich gefährlichen Abschluss zur Führung zu kommen, zeichten dann eben eine Spitzenmannschaft aus.
In der Folge ruhten sich die Gäste allerdings auf der Führung aus und taten deutlich weniger fürs eigene Spiel. Durch die Passivität begünstigt, sollten wir nun mehr vom Spiel haben und das Spielgeschehen mehr in die gegnerische Hälfte verlagern können. Zunächst fehlte es hier aber die Ideen und Durchsetzungskraft, sich für die Bemühungen zu belohnen.
Als sich einige bereits mit einer knappen Niederlage abgefunden hatten, war es letztlich Kuhl, der unsere Farben zum Jubeln bringen sollte. Zunächst war es Scholz, der bei einer schönen Einzelleistung den Gegenspieler ins Leere rutschen lässt und anschließend den Ball zu Kuhl in den 16er gibt. Der fackelt nicht lange und hämmert die Kugel ins kurze Eck zum umjubelten Ausgleich.
Den Punktgewinn hätte man vor der Partie sicherlich unterschrieben, doch durch das Momentum des Ausgleichtreffers bewogen, wollte das Team von Coach Thonke mehr. Ein tiefer Ball auf den enteilten Batoum, der vom herauseilenden Gäste-Keeper nur noch wüst umgesprungen werden konnte, führte in der Nachspielzeit zu einer glatt roten Karte für die Gäste. Da Niederkassel bereits das Wechselkontingent ausgeschöpft hatte, musste nun ein Feldspieler für die letzten Minuten die Handschuhe anziehen und das Team vor dem Last-Minute-Knockout bewahren.
Allerdings blieben die sich uns bietenden Chancen zu ungefährlich und stellten keine Gefahr für den Aushilfstorhüter da, der keinerlei Parade zeigen musste. Kurz vor Abpfiff war es dann nur noch Batoum, der nach einer Ecke per Fallrückzieher zum Kunststück ansetzte und den Ball perfekt traf, allerdings vom eigenen Mann geblockt wurde.
Und dann war Schluss - in einer zum Ende hin turbulenten Partie trennen sich beide Teams leistungsgerecht 1:1, das uns vermutlich mehr hilft als den Gästen. Am kommenden Sonntag geht es für uns dann in Oberdrees weiter, wenn der Tabellensiebte den Tabellenfünften zum Mittelfeld-Duell einlädt.
SV Vorgebirge II - TuS Pützchen 4:3 (3:1)
Als Schiedsrichter Jürgen Rittersberger zum Schlusspfiff ansetzte, konnte man die Steine förmlich hören, die Trainer und Team vom Herzen gefallen war. In einer zum Ende hin unnötig spannenden Partie behält man mit 4:3 knapp die Oberhand und kann endlich wieder 3 Punkte einsammeln. Doch danach sah es über lange Phasen der Partie gar nicht aus.
Von Beginn an sah alles nach der typischen Rollenverteilung aus, wie sie sich in der Tabelle darstellt. Folgerichtig konnte man sich bereits nach knapp 15 Minuten belohnen und durch Ullrich mit 1:0 in Führung gehen. Keine halbe Stunde war gespielt, als man durch Scholz das vorerst beruhigende 2:0 nachlegen konnte. Auch der kurz darauf folgende Anschlusstreffer der Gäste (30.) sollte nicht für Verunsicherung sorgen. Kurz vor der Halbzeit war es dann Urfey, der den alten Abstand wieder herstellte und zur 3:1 Halbzeitführung einnetzte (44.).
Wer sich bereits mit dem Halbzeitstand in Sicherheit eines Heimsiegs wähnte, sollte seine möglichen Restsorgen mit dem 4:1 durch Bjalkowski nach knapp einer Stunde (57.) eigentlich gänzlich beiseite gelegt und die Sonnenstrahlen genossen haben. Doch was in der letzten halben Stunde folgen sollte, hatte wohl auch der größte Pessimist nicht vermutet.
Plötzlich kamen die Gäste deutlich besser ins Spiel und erarbeiteten sich ihre Chancen, während unsere Zweite den Faden verlor. In der 70. Minuten verkürzten die Gäste auf 4:2, eher kurz vor Schluss sogar noch der Anschlusstreffer zum 4:3 folgen sollte (85.). Die Gäste waren hier drauf und dran den Spielverlauf vollends auf den Kopf zu stellen und sich für die Aufholjagd noch mit einem Punkt zu belohnen. Beste Chancen hierzu ließ das Team von Tino Schaaf allerdings aus, sodass es am Ende beim knappen 4:3 Erfolg für unsere Farben blieb.
Ein am Ende unnötig knapper Erfolg, der aber genauso drei Punkte bringt wie ein souveräner Kantersieg und dem Team von Bernd Nieß jetzt hoffentlich Rückenwind für die restliche Rückrunde bringt. Am kommenden Sonntag kann man das direkt unter Beweis stellen, wenn man auswärts bei einem vermeintlichen Aufstiegsanwärter in Hersel gefordert ist. Doch bekanntermaßen konnte man sich gerade in diesen Spielen anders motivieren und ein anderes Gesicht über die vollen 90 Minuten auf den Platz bringen.
SSV Merten II - SV Vorgebirge III 4:1 (3:0)
Nach den erfolgreichen Partien auf eigenem Platz war man erstmals in der Rückrunde auswärts gefordert, auch wenn der Platz quasi direkt um die Ecke gelegen war. Zum Derby reiste man zur zweiten Mannschaft des SSV Merten, wo man gleichzeitig nie um die Unterstützung der ersten Mannschaft weiß und entsprechend wenig vorbereitet in die Partie gehen kann.
Am gestrigen Sonntag aber sollte keinerlei Unterstützung der Mittelrheinliga-Elf den Kader zieren und ein vermeintliches Duell auf Augenhöhe bevorstehen. Doch das 4:1 Endergebnis spricht nach Abpfiff dann doch eine klarere Sprache, als man es sich möglicherweise beim Aufwärmen erhofft hatte.
Während man sich in der ersten halben Stunde des Spiels noch gut wehren und den Spielstand bei 0:0 halten konnte, waren es die Gastgeber, die in den letzten 10 Minuten vor dem Pausenpfiff aufdrehen sollten und das Ergebnis auf eine 3:0-Halbzeitführung stellten. Mit dieser Hypothek musste das Team von Patrick Schmitz in die zweiten 45 Minuten gehen und die Tugenden der vergangenen Spiele wieder hervorrufen. Doch was in den letzten Spielen noch prima klappte, sollte in der gestrigen Partie nicht zum Erfolg führen.
Nach knapp 75 Minuten waren es erneut die Gastgeber, die den vierten Treffer nachlegen konnten und so frühzeitig den Sack zumachten. Das 4:1 durch Funke (80.) sollte am Ende nur noch Ergebniskosmetik bedeuten.
Das eigentlich für kommenden Sonntag geplante Kellerduell beim SV Buschdorf findet unterdessen nicht statt, da die Gastgeber ihre Mannschaft vom Spielbetrieb zurückgezogen haben. Die nächste Möglichkeit der Aufholjagd bietet sich unserer Dritten daher erst Ende des Monats, wenn mit Germania Hersel II ein weiteres Kellerkind nach Waldorf kommt.